Statement zum KDDM Cup 2018 / WDR Berichterstattung 16.06.2018

Der KDDM-Cup findet nun seit sieben Jahren statt und hat sich als erfolgreiches großes Familien- und Sportfest etabliert. Der Cup vereint jedes Jahr mehr als 8.000 Muslime und Nichtmuslime im Geiste einer guten Nachbarschaft, um den Solidaritätsgedanken unserer Stadtgesellschaft zu fördern und das Gemeinsame und Gemeinwesen zu unterstreichen. Die Organisation des KDDM-Cup wird jedes Jahr durch einen enormen ehrenamtlichen Kraftakt gestemmt. Hunderte von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen sich dabei für ihre Stadtgesellschaft ein und stellen ihre Arbeitskraft und Zeit unentgeltlich zur Verfügung. Dadurch kommt es zwangsläufig zu einer hohen Fluktuation im Organisationsteam und es kann hier kaum gesichert werden, dass alle ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die gleichen Fachkenntnisse und Erfahrungen verfügen. Diesen Umstand betrachten wir durchaus kritisch und als eine Konsequenz der ehrenamtlichen Strukturen. Wir als ehrenamtlicher Arbeitskreis und unser KDDM-Cup Organisationsteam verfügen schlicht nicht über das notwendige, professionelle Fachwissen, um die Teilnehmer oder Gäste des KDDM-Cup sicherheitsrelevant beurteilen zu können.
Unsere Untersuchung hat die organisatorische Panne um die gegenständliche Person genau hier lokalisiert. Durch einen ständigen Wechsel im Organisationsteam konnte sich der umstrittene Prediger in das Fußballspiel einschleichen, obwohl er bereits in der Vergangenheit vom Organisationsteam zur unerwünschten Person erklärt wurde.
In diesem Zusammenhang verweisen wir auf den Bericht der Bundezentrale für Politische Bildung „Salafismus“, welcher zu der Person Einschätzungen beinhaltet. (http://www.bpb.de/politik/extremismus/radikalisierungspraevention/211610/die-salafistische-szene-in-deutschland) Im Zuge eines Gerichtsverfahrens Anfang September 2017 haben Sicherheitsbehörden festgestellt, dass diese Person jahrelang in der Radikalen-Szene aktiv war.
Auch wenn der KDDM zu keinem Zeitpunkt eine institutionelle, personelle oder ideelle Verbindung zu der gegenständlichen Person unterhalten hat, wurde diese Person bereits 2016 – wie erwähnt – durch das damalige Organisationsteam zur unerwünschten Person erklärt. Das o.g. Gerichtsverfahren hat diese Einschätzung bekräftigt, so dass schon 2017 auf dieser Arbeitsebene die Teilnahme an unseren Veranstaltungen nicht ermöglicht wurde.
Trotz dieser klaren Haltung hat die Person unter Angabe seines Klarnamens es geschafft sich dieses Jahr in das Fußballspiel einzuschleichen. Die Person ist zwar öffentlich in der radikalen Szene unter einem Pseudonym bekannt, der Klarname ist jedoch nicht geläufig. Entgegen anderslautenden Behauptungen ist die Person außerdem nicht flächendeckend oder altersübergreifend in der muslimischen Gemeinde – welche nicht monolithisch ist – bekannt.
Die Anmeldungen der muslimischen Geistlichen zu dem Benefizspiel „Imame gegen Pfarrer“ erfolgten über ein Online-Portal. Über dieses Portal hat sich die Person explizit nicht angemeldet. Auf eine Bitte gegenüber einem Organisationsteammitglied hin, ließ sich die Person kurz vor der Veranstaltung handschriftlich auf die
Teilnehmerliste unter Angabe seines Klarnamens setzen. Das Organisationsteammitglied handelte hierbei alleinverantwortlich und ohne Rücksprache mit dem Organisationsteam oder den weiteren Verantwortlichen. Hierfür hat sich das Organisationsteammitglied entschuldigt und den Rücktritt aus dem Organisationsteam erklärt, welcher unserseits angenommen wurde.
Um solche organisatorischen Pannen in Zukunft zu verhindern, werden wir an einer zunehmenden Professionalisierung unseres Organisationsteams arbeiten. Unser Organisationsteam darf und sollte künftig nicht ausschließlich aus engagierten, ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen bestehen. Außerdem werden wir eine „Positiv-Liste“ einführen, die die Namen von muslimischen Geistlichen beinhalten wird, die unsere Werte teilen. Sofern sich dann muslimische Geistliche anmelden sollten, die nicht auf dieser Liste stehen – was wir nicht ausschließen –, werden wir hier genauer hinsehen und bei Bedarf uns mit unseren Kontakten und uns mit sachkundige Experten austauschen und gegebenenfalls die Teilnahme verweigern.
Unsere Regularien sind dahingehend unmissverständlich, dass der KDDM nur mit Partnern und Personen zusammenarbeiten kann, die unsere Werte und Ziele, welche sich klar und deutlich zu unserer demokratischen Grundordnung und freiheitlichen Gesellschaft bekennen, teilen.
Den gesamten Vorfall bedauern wir und es ärgert uns sehr, dass der Geist der Veranstaltung hierdurch möglicherweise tangiert worden ist. Dennoch sind wir überzeugt, dass der KDDM-Cup eine wichtige Plattform für den Dialog und die Integration ist und in Zukunft sein wird. Hieran werden wir arbeiten.
KDDM Vorstand

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