Düsseldorfer Appell spricht sich in offenem Brief für Solidarität und Demokratie aus.

Düsseldorfer Appell spricht sich in offenem Brief für Solidarität und Demokratie aus. Kreis Düsseldorfer Muslime – KDDM u.a. Erstunterzeichner.

Für Solidarität und Demokratie
Der Düsseldorfer Appell, gegründet 1991, versteht sich als
überparteiliches, bürgerschaftlich verfasstes Bündnis gegen Rassismus,
Antisemitismus sowie religiösen und politischen Extremismus.

Hier im Wortlaut:
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Düsseldorferinnen und Düsseldorfer,
seit Wochen finden deutschlandweit und auch in Düsseldorf Demonstrationen und sogenannte
„Spaziergänge“ gegen die Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemie statt, bei denen
Hygieneauflagen unbeachtet bleiben. Von Anfang an fanden sich bei den sogenannten Anti-
Corona-Demonstrationen antisemitische und geschichtsverfälschende Plakate sowie Angehörige
rechtsextremer Gruppierungen.
Die Mehrheit der Menschen in Düsseldorf, in ganz Deutschland, verhält sich der Situation
angemessen und rücksichtsvoll. Restaurants und der lokale Einzelhandel befolgen die aktuellen
Corona-Regelungen. Kultureinrichtungen haben zum Wohl aller Menschen ihren Betrieb stark
eingeschränkt oder eingestellt. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer beachten die
geltenden Auflagen und versuchen ihre Produktion in der Pandemie aufrecht zu erhalten.
Jeder Mensch hat das Recht nach seiner und ihrer Vorstellung zu leben. In dem Moment, wo
diese Lebensart die Gesundheit anderer gefährdet, greift das Solidaritätsprinzip: Die Rücksicht
auf die Gemeinschaft gilt mehr als die individuelle Freiheitsliebe.
Die Impfung gilt als nachweislich bester Schutz vor schweren Folgen einer Erkrankung mit Covid
19. Sie ist dazu die beste Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und zu
verhindern. Man kann sich für oder gegen eine Impfung entscheiden. Anders, als viele
Impfgegner suggerieren, ist das jedoch nicht bloß eine individuelle Entscheidung, sie betrifft
auch alle anderen Menschen, die mit dem Virus angesteckt werden können.
Die Bekämpfung der Pandemie geht alle an. Die Aufgabe kann nur gemeinsam bewältigt werden.
Wir akzeptieren nicht, dass die Anstrengungen zur Eindämmung des Coronavirus und die
Entbehrungen durch das verantwortungslose Handeln Einzelner gefährdet werden. Wir vertrauen auf die Empfehlungen der Wissenschaft, um größeren Schaden von Vielen
abzuwenden.


Wir haben das große Glück, in einer freien, friedlichen, rechtsstaatlichen und demokratischen
Gesellschaft zu leben. Das Versammlungsrecht ist ein Grundrecht und hohes Gut sowie
wesentlicher Bestandteil unserer demokratischen Grundordnung.
Sachliche Kritik an der Coronapolitik bzw. einzelnen Maßnahmen sind im Rahmen eines
demokratischen Diskurses berechtigt und dringend geboten. Es ist keinesfalls unser Ansinnen,
diese zu unterbinden. Dennoch muss allen klar sein: Die überregionalen Initiatorinnen und
Initiatoren der Corona-Proteste nutzen die Pandemie als Vorwand, um Verschwörungsideologien
zu verbreiten, demokratische Prozesse zu diskreditieren und die Gesellschaft zu spalten. Teils
gehen sie aggressiv gegen Polizeikräfte und Medienschaffende vor und versuchen
Andersdenkende einzuschüchtern.
Die Unterzeichnenden verurteilen jede verbale und körperliche Gewalt scharf. Wer im
vermeintlichen Schutz der Anonymität Straftaten begeht, der stellt sich gegen unsere
Wertegemeinschaft.
Wir rufen daher die Düsseldorfer Bevölkerung auf, sich nicht an Anti-Corona-Demonstrationen
und sogenannten „Spaziergängen“ zu beteiligen, die von Rechtsextremen organisiert oder
unterwandert werden und bei denen die Hygieneauflagen missachtet werden.
Wer mit Rechtsextremen und Demokratiefeinden mitläuft, macht sich schuldig und gefährdet
unsere Demokratie!
In der Vergangenheit haben viele Tausende Düsseldorferinnen und Düsseldorfer schon oft ihr
Gesicht auf der Straße gegen Antisemitismus, Rassismus und Geschichtsrevisionismus gezeigt.
Als Düsseldorferinnen und Düsseldorfer stehen wir auch jetzt zusammen und treten für unsere
gemeinsamen Werte ein, ohne Andere in Gefahr zu bringen. Da das aktuelle
Infektionsgeschehen größere Demonstrationen auf der Straße nicht zulässt, erheben wir mit
diesem offenen Brief unsere Stimme gegen Menschen, die Corona leugnen und
Verschwörungstheorien verbreiten, sowie gegen Antisemiten und rechtsextreme Ideologen.
Wir müssen die Pandemie gemeinsam bekämpfen und ihre negativen Auswirkungen auf das
Wohl unserer Gesellschaft eindämmen.
Bitte übernehmen Sie Verantwortung, seien Sie solidarisch und lassen Sie sich impfen! Damit
schützen Sie sich, ihre Familien, Ihren Freundes- und Kollegenkreis und andere Mitmenschen!
Wir danken allen, die sich nach Kräften darum kümmern, dass wir die Pandemie in den Griff
bekommen. Für den Trägerkreis des Düsseldorfer Appells
Superintendent Heinrich Fucks Sigrid Wolf
Ev. Kirchenkreis Düsseldorf DGB- Vorsitzende Stadtverband Düsseldorf
Sprecher des Düsseldorfer Appells stellv. Sprecherin des Düsseldorfer Appells

Hier ein Bericht in lokal Medium: https://www.ddorf-aktuell.de/2022/01/28/duesseldorfer-appell-spricht-sich-in-offenem-brief-fuer-solidaritaet-und-demokratie-aus

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